Wolf

Petitionsantwort des Regierungsrates

Medienanlass vom 24.10.2022

«Es ist unsere Heimat, es ist unsere Alpenwelt»
Die Bilanz zum Alp- und Weidesommer 2022 im Glarnerland fällt nicht gut aus: 90 Risse durch den Wolf sind bei Schafen und Ziegen zu vermelden, 120 Tiere sind im Zusammenhang mit Wolfsangriffen vermisst. Mindestens 40 Prozent der gerissenen Tiere waren in geschützten Herden zu verzeichnen.

Der Unmut ist gross: Die betroffenen Älpler und Älplerinnen im Glarnerland wollen nur eines, dass sich der Alpsommer 2022 im nächsten Jahr nicht wiederholt. «Wir müssen jetzt eingreifen», sagt Urs Kamm, der auf der Mürtschenalp diesen Sommer – trotz
Herdenschutzhunden – Risse in Kauf nehmen musste. «Es ist unsere Heimat, es ist unsere Alpenwelt, die wir verlieren, wenn nichts unternommen wird», sagt er.

«So kann es nicht weitergehen»
Die Risse im Glarnerland zeigen, dass es schier unmöglich ist, sich vor dem Raubtier Wolf zu schützen. Gleich erging es auch den Alpen Wichlen und Saumen (im Krauchtal). Trotz Schutzmassnahmen hat der Wolf zugeschlagen. Die Kleinviehhaltung im Glarnerland sei
damit in Gefahr, sagen Kamm und die Betroffenen.
An der Pressekonferenz des Glarner Bauernverbandes (der Fachkommission Grossraubtiere) und der IG wolfsicherer Lebensraum vom Montag, 24. Oktober 2022 in Glarus, war die
Forderung klar, «so kann es nicht weitergehen, wir fordern von der Glarner Regierung, dass sie sich öffentlich zur heimischen Landwirtschaft bekennt und diese schützt», führte Thomas
Elmer von der Fachkommission Grossraubtiere des Glarner Bauernverbandes die gemeinsam formulierten Forderungen aus. Der Kanton müsse seine Möglichkeiten zur Regulation des
Wolfsbestandes im Glarnerland umgehend nach Erfüllung der Kriterien nützen, dies sei im Sommer 2022 nicht geschehen.

Die weiteren Forderungen
Damit sich der Sommer 2022 nicht wiederhole, solle der Kanton Jäger / Älpler bezeichnen, welche die Wildhut im Bedarfsfall für zeitnahe Abschüsse unterstütze. Weiter müssten Wölfe, die sich wohl auf Nutztier-Risse spezialisiert hätten – und eben trotz Herdenschutz erfolgreich reissen können – entfernt werden.
Weiter sollen keine Wölfe in Siedlungsnähe geduldet werden, was bereits letzten Winter vorgekommen sei. Alle diese Anliegen unterstützt auch die Unterschriftensammlung der IG für einen wolfsicheren Lebensraum, welche sich aus der nichtbäuerlichen Bevölkerung gebildet hat. Ruedi Rhyner aus Elm und Barbara Vögeli aus Engi haben so in kurzer Zeit über 3000 Unterschriften im Glarnerland sammeln können, von Gästen und Einheimischen,
welche sie an der Pressekonferenz mit der eindringlichen Bitte an Landammann Benjamin Mühlemann übergaben: «Nänd das id Händ», so die beiden.

Antwort der Regierung soll folgen
Landammann Benjamin Mühlemann folgte den Ausführungen teils sehr nachdenklich und antwortete am Schluss auf die Nachfrage, was er mit den Unterschriften jetzt mache: «Im Sinne einer Petition wird der Regierungsrat Antwort auf die Anliegen geben. Und die
Forderung, die zuoberst stand, dass er sich hinter die heimische Alp- und Landwirtschaft stellt, wird mit Bestimmtheit positiv beantwortet werden.»

Die Wolfspräsenz nimmt im Glarnerland zu. Wir müssen lernen, wie wir unsere Nutztiere schützen können und wie wir uns Verhalten, damit Raubtiere von unseren Tieren fern bleiben. 
Als kantonaler Bauernverband organisieren wir uns in einer Fachkommission um Erfahrungen zu teilen und uns im Notfall gegenseitig helfen zu können. 

Formular für Meldungen von Wolfsbegegnungen

Wir sind offen für deine Anliegen, Anregungen oder Ideen zum Thema Grossraubtiere. Melde dich hier per E-Mail oder telefonisch bei Fritz Waldvogel: 079 231 52 39

Die IG wolfsicherer Lebensraum sammelt Unterschriften für eine Petition. Wir danken für die Unterstützung.

Herdenschutzhunde im Glarnerland

Während diesem Sommer werden auf 2 Schafalpen im Kanton Glarus Herdenschutzhunde im Einsatz sein. Sie dienen zum Schutz der Schafe vor dem Wolf.

Auf folgenden Alpen sind Herdenschutzhunde (HSH) während dem Sommer 2022 im Einsatz:

  • Schafalp Mürtschen, Obstalden (Alpbewirtschafter: Urs Kamm-Fürer, Filzbach / Lukas Marti) à 3 HSH
  • Schafalp Krauchtal-Saumen, Matt (Alpbewirtschafter: Fredi Bernet, Elm) à 7 HSH

Auf folgende Heimbetriebe sind in diesem Sommer HSH anzutreffen:

  • Ueli und Sybille Metz, Mühlehorn à 5 HSH
  • Thomas Fehr, Steinberg,  Näfels,  2 (HSH)

Es sind somit total 17 HSH im Kanton Glarus im Einsatz. Es sind alles von Bund anerkannte Herdenschutzhunde mit entsprechender Ausbildung.

Die Einsatzorte sind mit entsprechenden Schildern signalisiert, dass sich in diesem Gebiet Herdenschutzhunde befinden und wie sich Passanten zu verhalten haben.

Broschüren, welche auf das Verhalten gegenüber Herdenschutzhunden hinweisen, sind bei der Abteilung Landwirtschaft kostenlos erhältlich.

Auf dem Online-Schalter der Abteilung Landwirtschaft (www.landwirtschaft.gl.ch) sind Merkblätter zum Thema Herdenschutz und Raubtierriss aufgeschaltet.

Die  Herdenschutzbeauftragten des Kantons:

Lisbeth Luchsinger       (079 382 57 86) und

Reto Glarner                 (079 351 34 35)